Bestellung von Messern im Ausland (Einfuhr)

Bernd Rößler

Pressesprecher
Bernd Rößler

  • Bundesfinanzdirektion Mitte Stabsstelle ÖA
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Messer im Ausland zu bestellen, ist oft nicht ganz billig. Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer, Versandkosten – da kommt eine Menge zusammen. Aber nicht nur die allgemein fälligen Kosten sind beim Bestellen von Messern im Ausland zu beachten. Die Regelungen des jeweiligen Landes können abweichen, der Preis des Messers hat Einfluss auf die Abgabepflicht und nicht zuletzt besteht immer die Frage, welche Messer überhaupt aus dem Ausland eingeführt werden dürfen. Werden besondere Merkmale bei einem Messer festgestellt, können die Messer verboten werden. Dies kann einerseits die offensichtliche Einstufung als Waffe sein, andererseits aber auch Verstöße hinsichtlich Nachahmungen geschützter Marken bzw. Warenzeichen umfassen. Bernd Rößler, Pressesprecher vom deutschen Zoll, gibt Antworten auf diese und andere Fragen, zum Beispiel welche Messer aus dem Ausland verzollt werden müssen, welche Messerarten einbehalten werden können und wie viele Messer aus dem Ausland eingeführt werden dürfen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!


2. Wie und womit wird ein Messer für die Zollabfertigung angesetzt?3. Zählen Zusatzkosten wie etwa die Versandkosten oder Landessteuern mit in den Freibetrag?
5. Ist es vorgeschrieben, dass Pakete in denen Messer versendet werden speziell gekennzeichnet bzw. verpackt sein?6. Wie lange dauert in etwa die Zollabfertigung von Messern?
8. Dürfen alle Arten und Formen von Messern eingeführt werden? Wie viele Messer dürfen eingeführt werden?9. Was geschieht mit einbehaltenen Messern? Besteht die Möglichkeit wieder in den Besitz der Messer zu gelangen?






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1. Welche Messer müssen verzollt werden? Wie hoch sind die bestehenden Freibeträge? Welche Formen der Abgaben gibt es?

Abgabenpflichtig ist eine Ware immer dann, wenn tariflich Zölle vorgesehen sind und im konkreten Einzelfall keinerlei außertarifliche Abgabenbefreiungen vorliegen. Der Zollsatz für die Einfuhr von Messern aus Drittländern beträgt z.Zt. 8,5 %. Zusätzlich fällt bei der Einfuhr die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 % an. Paketsendungen von Waren, deren Gesamtwert einen Betrag von 22 Euro nicht übersteigt, sind einfuhrabgabenfrei. Das bedeutet, sie unterliegen keinem Zoll und keiner Einfuhrumsatzsteuer. Liegt der Wert der Waren zwischen 22 Euro und 150 Euro sind die Sendungen zwar zollfrei, aber nicht frei von Einfuhrumsatzsteuer. Im Flug- bzw. Seereiseverkehr können Waren für den persönlichen Ge- oder Verbrauch bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro abgabenfrei aus einem Nicht-EU-Mitgliedstaat nach Deutschland eingeführt werden.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


2. Wie und womit wird ein Messer für die Zollabfertigung angesetzt?

Als Zollwert für die Berechnung des zu zahlenden Einfuhrzolls wird i.d.R. der Rechnungspreis der Messer angesetzt. Dieser ist durch eine ordnungsgemäße, die Sendung begleitende Rechnung nachzuweisen. Für die Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer ist der Rechnungspreis der Messer zzgl. des zu zahlenden Zolls maßgeblich.

Bestellung von Messern im Ausland (Einfuhr)

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Bestellung von Messern im Ausland (Einfuhr)

Bei der Ermittlung des Zollwerts kommt es häufig vor, dass Beträge in ausländischer Währung angegeben sind. Diese Beträge sind mit dem im maßgebenden Zeitpunkt gültigen Umrechnungskurs in Euro umzurechnen. Die jeweils geltenden Kurse können unter www.zoll.de » „Umrechnungskurse” eingesehen werden.

Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


3. Zählen Zusatzkosten wie etwa die Versandkosten oder Landessteuern mit in den Freibetrag?

In der Regel werden die Postgebühren in einem Betrag vom Absender der Ware getragen. Für im Postverkehr beförderte gewerbliche Waren werden die gesamten Postgebühren bis zum Bestimmungsort in die Zollwertermittlung einbezogen, obwohl auch die Kosten der Fracht bis zum Empfänger in der Gemeinschaft enthalten sind. Nicht einbezogen werden Postgebühren, die im Einfuhrland zusätzlich erhoben werden, wie z.B. Zustell- oder Nachnahmegebühren. Bei nicht-gewerblichen Wareneinfuhren sind die Postgebühren nicht hinzuzurechnen, sofern diese nicht im Feld Zollwert der Zollinhaltserklärung oder anderweitig schriftlich bzw. mündlich angemeldet wurden.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


4. Ist es für die Berechnung erheblich aus welchem Land das Messer geschickt wird?

Bei der Berechnung der Einfuhrabgaben ist der jeweils geltende Zollsatz maßgeblich. Dieser kann für jedes Drittland auf www.zoll.de über die „EZT-online Auskunftsanwendung“ ermittelt werden.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


5. Ist es vorgeschrieben, dass Pakete in denen Messer versendet werden speziell gekennzeichnet bzw. verpackt sein?

Der Inhalt einer Sendung ist in der an der Außenseite eines Pakets angebrachten Zollinhaltserklärung zu vermerken. Ob darüber hinaus weitere Kennzeichnungen bzw. spezielle Verpackungen notwendig sind, sollte bei den jeweiligen Transportunternehmen (Kurierdienste/Post) erfragt werden.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


6. Wie lange dauert in etwa die Zollabfertigung von Messern?

Messer, die nicht verboten sind, Beschränkungen unterliegen und aus einem Drittstaat eingeführt werden sind zöllnerisch gesehen Waren und werden nicht gesondert abgefertigt. Entsprechend lang (oder kurz) ist die Abfertigung vergleichbar mit anderen Waren. Dabei ist es unwesentlich, aus welchem Land die Sendung eingeführt wird.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


7. Wird das Paket nach der Zoll-Abfertigung an die aufgedruckte Adresse des Bestellers weitergeleitet oder muss man sich das Paket abholen?

Wichtig ist, dass Sendungen keine Waren enthalten, die verboten sind oder Beschränkungen unterliegen (hier: § 2 Abs. 3 i.V.m. § 1 Abs. 3 WaffG i.V.m. Anlage 2, insb. Abschnitt 1 Nr. 1.4.1 bis 1.4.3). In diesen Fällen übernimmt die Deutsche Post AG die zollamtliche Abfertigung in Vertretung des Anmelders/Empfängers und die Sendungen können durch den Paketzusteller der Deutschen Post AG direkt ausgeliefert werden. Postsendungen mit Waren, die Verboten und Beschränkungen unterliegen, können nicht direkt ausgeliefert werden. Die Postsendungen werden an das für den Wohnort des Empfängers zuständige Zollamt gesandt; der Empfänger wird schriftlich durch die Deutsche Post AG benachrichtigt. Die Zollabfertigung ist durch den Empfänger selbst vorzunehmen. Ob das Porto bereits bis zur angegebenen Empfängeradresse gezahlt wurde, ist in dem Fall unerheblich.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


8. Dürfen alle Arten und Formen von Messern eingeführt werden? Wie viele Messer dürfen eingeführt werden?

Der Umgang (und somit auch die Ein-Aus und Durchfuhr) mit folgenden Waffen ist gem. Anlage 2 Abschnitt 1 WaffG verboten:

  • Hieb- oder Stoßwaffen, die einen anderen Gegenstand vortäuschen (z.B.in einem Spazierstock versteckte Messer)
  • Faustmesser, Butterflymesser, Fallmesser
  • Springmesser, ausgenommen solche, deren Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und höchstens 8,5 cm lang ist und nicht zweiseitig geschliffen ist

Soweit nur ein Merkmal nicht erfüllt ist, greift das Verbot ein. Auf Antrag kann das Bundeskriminalamt (BKA) aufgrund besonderer Umstände Ausnahmen von diesem Verbot zulassen. Selbstverständlich ist auch die Einfuhr aller Messer verboten, die Nachahmungen von geschützten Marken bzw. eingetragener Warenzeichen sind. Eine mengenmäßige Beschränkung im Warenverkehr ist nicht vorgesehen. Im Reiseverkehr sind die Regeln zu den Freimengen (vgl.Frage 1) zu beachten. Problematisch wird es, wenn die Umstände auf eine gewerbliche Einfuhr hindeuten.

Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls


9. Was geschieht mit einbehaltenen Messern? Besteht die Möglichkeit wieder in den Besitz der Messer zu gelangen?

In der Regel besteht keine Möglichkeit, beschlagnahmte Messer wieder in den Besitz des Einführers zu überführen.
Bernd Rößler – Pressesprecher des deutschen Zolls






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